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Aufbauprojekt: Endspurt mit Hindernissen

Aufbauprojekt: Endspurt mit Hindernissen

Die Tage werden kürzer und damit neigt sich auch der Testzeitraum für das aktuelle Kalenderjahr langsam aber sicher dem Ende zu. Das Stanton Sherpa hat inzwischen laut Strava 681,5 km auf der Uhr sowie 10156 Höhenmeter erklettert.

Als großes Finale für den Belastungstest haben wir uns zwei Marathonveranstaltungen ausgesucht, die uns und das Rad auf ganz besondere Art und Weise gefordert haben. Bis heute laufen die Komponenten wie auch im ausführlichen Test beschrieben. Bis auf ein paar kleine Ausnahmen, um die es in diesem Bericht gehen soll.

Aber eins nach dem Anderen: Wir gehen chronologisch vor und berichten von kleinen und größeren Zwischenfällen entsprechend ihres Zeitpunktes des Auftretens.

Letzter Stand der Dinge war der ausführliche Bericht Ende Juli. Zum damaligen Zeitpunkt hatten wir knapp 400 km getankt. Bereits kurz danach fingen die Zipperlein an. Nach gut 460 km merkten wir nach dem Reinigen des Rades ein deutliches Spiel des Hinterrades im eingebauten Zustand. Wie im Syntace W30 MX Bericht nachzulesen stürzten wir uns zunächst auf die Naben, um hier den Fehler zu finden. Nachdem dies erfolglos blieb und das Laufrad inklusive Nabe fehlerfrei arbeitete, stellte sich heraus, dass sich die Schrauben der austauschbaren Ausfallenden des Sherpa Rahmens gelockert hatten. Die Schrauben wurden zum Teil ausgetauscht, mit Schraubensicherung versehen und wieder verbaut. Seit dem hält alles am Heck des Rades und läuft wie es soll.

Ende August starteten wir in Arnstadt bei einer ausgeschriebenen Schnupperrunde für den anstehenden Marathon. Hier litt das Rad ordentlich und bereits während der Fahrt spürte ich ein eher schwammiges Feedback vom Antrieb, wobei ich es zum damaligen Zeitpunkt noch nicht näher charakterisieren konnte. Erst im Nachhinein beim Überprüfen der einzelnen Anbauteile in der Werkstatt stellte sich heraus, dass das Box One Schaltwerk einen Defekt mitgenommen hatte. Die Lager am Parallelogramm waren derartig ausgeschlagen, dass die Schaltvorgänge nicht mehr präzise durchgeführt werden konnten. Zudem konnte das Schaltwerk die Kettenspannung nicht mehr halten, weshalb es ausgetauscht werden musste.

Übergangsweise nutzte ich ein neues SRAM GX Schaltwerk. Darum kann ich hier den direkten Vergleich noch besser beschreiben. Das SRAM Schaltwerk bot zum einen eine deutlich höhere Kettenspannung. Die Gänge knallen förmlich auf das neue Ritzel, nachdem der Schaltvorgang eingeleitet wurde. Zudem ist das Feedback vom Hebel eher knackig und direkt. Nachdem Sportsnut uns Mitte September freundlicher Weise ein Ersatzschaltwerk von Box zur Verfügung gestellt hat, war ich zugegeben sehr überrascht, als ich den Antrieb wieder auf Box Komponenten umstellte. Die Kettenspannung war zwar wieder deutlich geringer und das Ablängen der Kette war wieder Thema (siehe Aufbaubericht), jedoch fühlte sich das Schaltfeedback sehr angenehm an. Auch hier wechselten die Gänge präzise und auch wenn der Leerweg am Hebel immer noch vergleichsweise groß war, schaltete es sich sehr angenehm. Entgegen der Empfehlung von Box habe ich bei der Montage des Schaltwerkes einen größeren Abstand zwischen Schaltröllchen und Ritzel eingestellt. Box gibt diesen Abstand mit 5-7 mm an. Dieser Abstand stellte sich allerdings als zu gering heraus, damit die Kette auch sauber auf das große 46er Ritzel der e13 trsr Kassette wechseln kann. Aktuell beträgt dieser Abstand am Testrad darum 9 mm.

Seit der Eurobike wissen wir nun auch, dass Box Components für das kommende Jahr eine 2 Hebel-Lösung für den MTB Antrieb anbietet. Ebenso soll das Schaltwerk eine Überarbeitung erfahren haben. Wir sind gespannt und bleiben für euch dran.

Im gleichen Atemzug habe ich dem Sherpa nun endlich eine Vario-Stütze gegönnt. Vorerst musste die Rock Shox Reverb vom Enduro dran glauben und wurde noch vor dem ersten Marathon in den Stanton Rahmen eingebaut. Die Verlegung im Rahmeninneren stellte sich als echte Fummelei heraus. Auch die Verlegung mithilfe eines Magneten ging aufgrund des Stahlrahmens nicht. Was dann? Ich habe ein wenig „geangelt“. Mit Hilfe eines Kabelbinders habe ich eine Schlaufe geformt und diese in die Öffnung des Rahmes gelassen. Als ich spürte, dass das Kabel in der Schlaufe war, habe ich diese festgezogen und versucht den Kabelbinder samt Leitung aus der Öffnung zu ziehen. Nach 3-4 Versuchen hatte ich dann endlich das Endstück des Zuges und konnte den Lenkerschalter montieren.

Ende September ging ich schließlich beim bewegungsWELTEN MTB Marathon in Arnstadt an den Start. Ein spannendes Konzept mit Enduro-Rennen am Samstag und Marathon am Sonntag. Wer wollte, konnte beide Rennen fahren und für die Gesamtwertung Punkte sammeln. Beim Marathon konnte man am Sonntag nach jeder Runde entscheiden, ob man bereits ins Ziel fährt oder noch eine Runde anhängt. Ich habe mich für die 33 km Runde entscheiden und hier nochmal genau hingehört, was das Rad von sich gibt.

Pünktlich zum Start des Rennens am Sonntag setzte der Nieselregen ein. Die Strecke wurde an einigen Stellen sehr feucht, zum Teil matschig und ordentlich rutschig. Hier kam der Maxxis Ikon Reifen deutlich an seine Grenzen. Vor allem im Bereich von feuchten Wurzeln wurde das Rennen hier zur Rutschpartie. Auch wenn die verbaute Reverb-Stütze für zusätzliche Sicherheit und Fahrspaß bergab sorgte, waren die Reifen der limitierende Faktor. Das Tempo musste an verschiedenen Stellen deutlich gedrosselt werden, da die Reifen sonst drohten wegzurutschen. Hinzu kam das Ansprechverhalten der Rock Shox Reba, das leider nicht für mehr Sicherheit bergab sorgte. Die Gabel sackte mehrmals beim Anbremsen komplett weg, wodurch vor allem die Kurveneingänge in den Abfahrten anspruchsvoller wurden.

Die Schaltung wurde im Rennen ebenso extrem beansprucht. Das abwechslungsreiche Höhenprofil erforderte häufige Schaltvorgänge und durch die Gegenanstiege auch häufiger Schaltvorgänge unter Last. Das war zum Teil laut, aber immer noch rechtzeitig und präzise. Der lange Hebelweg machte sich gegen Ende des Rennes negativ bemerkbar. Als die Kräfte schwanden machte dies auch jeden Schaltvorgang zusätzlich anstrengender.

Ende September stand noch ein Reifenwechsel an. Nachdem der Maxxis Ikon in Arnstadt bereits im Grenzbereich war und die Wetterprognose nicht besser wurde, montierte ich für den Adelsberg Bike Marathon am 03.10. die Maxxis High Roller II Reifen. Vielleicht nicht zwingend erste Wahl als Marathon/Race Reifen, aber dafür in der heimischen Werkstatt vorrätig und zumindest auf dem Papier ein Garant für guten Grip auch bei Nässe. Auch die High Roller II Reifen habe ich kinderleicht tubeless auf die Syntace Felgen montieren können. Sogar mit normaler Standpumpe dichtete das System sofort ab.

Am 3.10. und zum Start des zweiten Marathons dieses Jahr begrüßte mich bereits morgens nach dem Aufstehen erneut … der Regen. Dieser sollte im Laufe des Vormittags mal stärker und mal schwächer werden, aber er blieb ständiger Begleiter während des Rennens. Die 40 km Wertung ging über 2 Runden und über insgesamt 1080 hm. Die gute Nachricht zu Beginn: Die neuen Reifen machten einen herausragenden Job. Sicher war ich nicht der Schnellste damit, aber das war auch nicht mein Ziel. Egal ob Schotter, tiefer Waldboden oder Matschsuppe, die Reifen hielten und rutschten zu keinem Zeitpunkt. In mancher Kurve war ich sogar überrascht wie griffig der Reifen war und hätte wahrscheinlich noch mehr Gas geben können.

Aber nun zur schlechten Nachricht: Was war das für eine Sauerei! Solche Bedingungen hatte ich wirklich schon lang nicht mehr. Dies führte im Laufe des Rennens dazu, dass sich der Lenker-Lockout der Reba verabschiedete. Aktuell ist er demontiert und muss zunächst gründlich gewartet werden, bevor er wieder den Weg ans Rad findet. Ebenso der Antrieb sammelte großzügig Matsch und Dreck auf. Die intensive Reinigungseinheit danach zeigte auch, dass das b.o.r. germany Innenlager etwas abbekommen hat. Die Lager liefen seit dem sehr rauh und zäh. Auch nachdem der sichtbare Dreck und Matsch entfernt war, liefen die Industrielager weiterhin rauh und letztendlich bewegte sich irgendwann gar nichts mehr. Die Lager sind komplett fest. Darum haben wir die b.o.r. Antriebsteile zunächst demontiert und werden die kalte und nasse Jahreszeit auf andere Komponenten ausweichen. Mit dem neuen Box One Schaltwerk hielt auch eine neue Kette Einzug am Stanton Sherpa. Die bisherige SRAM PCX1 Kette musste für meinen zwischenzeitlichen Umbau auf die SRAM GX Parts nochmal abgelängt werden, weshalb ich sie nun nicht mehr für die Box Komponenten nutzen konnte, ohne noch mehr flexible Kettenglieder einzusetzen. Da ich im Shop keine PCX1 Kette bekam, entschied ich mich für die deutlich günstigere PC 1110 Kette, die noch vorrätig war und zumindest auf dem Papier keine großen Unterschiede zur PCX1 aufwies. Zugleich ein interessanter Test um zu erfahren, ob ich mir das Geld künftig sparen kann, wenn die Kette gut funktioniert. Nach dem Marathon zeigte sich, dass die X1 Kette auf jeden Fall die bessere Alternative ist. Nach dem kurzen aber intensiven Dreck-, Matsch- und Regeneinsatz war die Kette nicht mehr die Selbe. Neben deutlichen Rostspuren lief sie auch trotz intensiver Zuwendung, Reinigung und neuer Schmierung einfach nicht mehr flüssig auf den Antriebsteilen. Künftig investiere ich also lieber wieder etwas mehr oder nehme ein paar Tage Wartezeit in Kauf, bis die passenden Teile da sind. Eine neue X1 Kette liegt schon bereit.

Selbst die Hope Tech3 X2 Bremse war voll mit Dreck und Schlamm und hat unter dem Extremeinsatz gelitten. Ich entfernte also Bremsbeläge und reinigte die Bremssättel. Bei der Gelegenheit mobilisierte ich die Kolben neu um auch hier noch Dreckreste zu entfernen. Zudem  wurden die Beläge etwas angeschliffen, bevor ich sie neu einsetzte. Auch am Hebel setzte sich Dreck und Schmutz ab. Der Hebel der Hinterradbremse geht seit dem deutlich schwergängiger als zuvor und will nochmal im Detail gereinigt werden.

Dank des Teams von Sportograf, können wir euch zumindest von der Schlammschlacht am Chemnitzer Adelsberg diesmal auch ein paar Bilder in Aktion liefern.

Wie geht es weiter? Die Saison 2017 neigt sich zielsicher dem Ende zu. Wir werden uns mit dem Stanton Sherpa je nach Wetterlage weitere Ausfahrten gönnen und halten euch natürlich auf dem Laufenden, wie es mit unserem Projektbike weitergeht.

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