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Hope Tech3 X2

Hope Tech3 X2

„Let the products do the talking,“ so heißt es auf der Homepage des englischen Komponenten-Herstellers Hope. Wir haben uns in den vergangenen Wochen intensiv mit der Hope Tech3 X2 Bremse unterhalten um zu sehen, was sie uns in Punkto Bremskraft und Standfestigkeit im XC Bereich zu erzählen hat. Getestet haben wir die Bremse an einem Niner EMD Hardtail, wo sie eine Magura MT2 ersetzte.

Aussehen und Montage

Bereits beim Erstkontakt verzückten mich die sehr hochwertig wirkenden CNC-gefrästen Bestandteile der Bremse. Im Anschluss an die Betrachtung des Kampfgewichtes war es eine noch größere Freude die X2 ans Rad zu schrauben. Die Vorderbremse bringt mit einer Leitungslänge von 90 cm ein Gewicht von 234 g auf die Waage, die Hinterbremse 251g bei einer Leitungslänge von 170 cm. Die Rotoren wiegen 90 g (160 mm) und 148 g (183 mm). Im Unterschied zu den Magura MT2, welche ausschließlich auf das Torx System setzen, wird die Hope einzig mit M4 und M5 Inbusschrauben befestigt.

Die Hope Floating Scheiben bestechen durch individuelles Design. Allerdings sind sie für Fahrer mit Centerlock-Naben nicht empfehlenswert. Da die Scheiben an der Lochaufnahme stärker sind als am Reibring, passt der Sicherungsring des Centerlock-Adapters nicht mehr drauf. Ebenso individuell wie das Aussehen sind die Scheibenmaße. So wartet Hope als einziger Hersteller mit Bremsscheiben mit 183mm Durchmesser auf. Dadurch wird wieder ein entsprechender Adapter für die Bremssattelmontage notwendig. Die Bremse ist zwar auch mit anderen Scheiben kombinierbar, bei einem Versicherungsfall könnte das allerdings zum Problem werden – also aufgepasst! Aufgrund der Inkompatibilität mit meinen Centerlock-Naben habe ich die Tech3 X2 mit Magura Storm Scheiben (180 mm / 160 mm) getestet.

Funktion

Der erste Funktionstest am Rad veranlasste mich auch die Einstellrädchen am Bremshebel zur Regulation der Hebelweite und des Druckpunktes in die Hand zu nehmen. Diese wirken ebenfalls sehr wertig und ermöglichen eine präzise Modulation am Bremshebel. Jedoch sind die Rädchen sehr scharfkantig, weshalb es für Zartbeseitete an den Fingern etwas unangenehm werden kann. Auch die Bedienung der perforierten Bremshebel selbst ist für mich persönlich etwas ungewohnt , da die gefrästen Löcher des Hebels je nach Hebelposition und -weite mehr oder weniger in die Haut des Zeigefinders drücken.

Jede Drehung an einem der Rädchen ist allerdings wohl definiert und moduliert zugleich die gewünschte Einstellung. Die Tech3 X2, bei der als Bremsmedium DOT Flüssigkeit verwendet wird, verfügt über einen festen und direkten Druckpunkt. Bereits nach einer kleinen Hebelbewegung liegen die Beläge an der Scheibe an und sorgen für Verzögerung. Das ist in diesem Maße ungewohnt für mich gewesen, da bei den Mineralölstoppern von Magura mehr Leerweg zurückgelegt werden muss bevor etwas passiert. Auch wenn sich dies bei den Bremsen beider Hersteller auf die individuellen Bedürfnisse anpassen lässt, ist das grundsätzliche Feedback ein anderes. Um es in irgendeiner Form in Worte kleiden zu können, würde ich sagen, dass der Druckpunkt der Hope X2 im Unterschied zur MT2 von Magura härter und definierter ist.

Nach einer kurzen Einbremsphase ging es zeitnah auf die heimischen Trails und die Bremse musste auf mehreren Touren über Wald und Wiesen zeigen, wie standfest sie ist und welche Power sie generieren kann. Entsprechend des Einsatzgebietes muss hier natürlich eine differenzierte Betrachtung erfolgen. Die X2 ist nicht für den Downhill-Einsatz oder harte Abfahrten konzipiert, sondern für den CrossCountry Sektor ausgelegt. Um hier zu bestehen bringt die Hope X2 meiner Meinung nach alles mit, was sie braucht. Wenn nötig hat die X2 gut verzögert und ließ sich auch in längeren Abfahrten ohne Bremskraftverlust präzise dosieren. In einer finalen Abfahrt über 3 km wollte ich es ihr nochmal richtig geben um sie in Sachen Fading auf den Prüfstand zu stellen. Während der Abfahrt habe ich sie mehrmals ordentlich zum Quietschen gebracht, habe sie schleifen lassen und habe mehrfach mit voller Kraft in die Hebel gelangt. Zu meiner Verwunderung hatte ich im Tal mehr Power bei stabilem Druckpunkt als vorher. Scheinbar war sie erst jetzt richtig eingebremst. Nach der Abfahrt waren sogar gefühlvolle Stoppies drin. Und das bei einem aktuellen Fahrergewicht von 72kg und ohne aktive Unterstützung durch den Piloten.

Fazit

Schön, leicht, funktional und auch in Sachen Bremskraft nicht zu unterschätzen. So hat sich die Hope Tech3 X2 in unserem Test gezeigt. Sowohl Hebelweite als auch Druckpunkt lassen sich beim Tech3 Hebel „on the fly“ werkzeuglos verstellen. Sowohl bei der Einstellung als auch bei der Bedienung der Bremse sind jedoch Handschuhe zu empfehlen, da die CNC-gefrästen Parts mitunter recht scharfkantig sind. Die Tech3 X2 liefert einen angenehm festen Druckpunkt bei guter Bremskraft und Standfestigkeit. Für einen XC Stopper sind das in meinen Augen alle Eigenschaften, die vorhanden sein müssen. Der aktuelle Straßenpreis pro Bremse beläuft sich auf 149,-€ ohne Scheibe sowie ohne Adapter (bike-components.de, Stand: 25.6.2015). Ästheten mit Auge fürs Detail sei die Tech3 X2 wärmstens ans Herz gelegt. An den präzise gefrästen Teilen kann man sich einfach nicht satt sehen. Auch „Weight Weenies“ kommen nur schwer an der Hope vorbei. Wer neben den Äußerlichkeiten allerdings noch mehr brutale Bremskraft braucht, muss bei anderen Herstellern  wohl im Gegenzug mehr Gewicht in Kauf nehmen. Die Hope Bremse selbst vereint in meinen Augen Ästhetik, geringes Gewicht und eine gute Bremskraft sehr gut miteinander. Darum werden wir sie auch weiterhin als Referenzbremse fahren um zu sehen, wer ihr das Wasser reichen kann.

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